Fichtenflitzer Marathon 2003

 

 

Vorbereitung

 

Natürlich wollte ich den Marathon so gut wie es nur geht vorbereiten, allerdings ist es mir dann nicht ganz gelungen. Aber immerhin hatte ich das notwendigste erledigt, Artest beim Arzt besorgt, ein paar Müsliriegel besorgt, Mineralwasser und Müllbeutel gekauft und Funkgeräte ausgeliehen.

Am Donnerstag den 05.06.2003 habe ich dann schnell meine Klamotten gepackt, wobei sich später rausstellte das ich ein paar Sachen vergessen hatte.

Um halb 10 war ich am Freitag den 06.06.2003 Park angekommen, in der Verwaltung angemeldet und kurz danach wurden meine Sachen zum Fichtenflitzer transportiert.

Am Fichtenflitzer angekommen traf ich dann auch schon die ersten Mitstreiter, ein wenig nervös war ich schon, aber es hielt sich in Grenzen.

Die ganze Zeit sagte ich mir kurz vor Start muss ich noch mal kurz auf das stille Örtchen.

Der Herr von der Presse erschien kurz danach auch, ein Foto gemacht und ein paar Fragen beantwortet und schon war es auch 11 Uhr, und ich hatte keine Zeit mehr meine Blase zu entleeren, na toll.

Also ging es voller Energie auf den Bob und wir drehten unsere Runden, nach und nach stiegen auch die anderen Mitstreiter auf die Bob´s.

Nach ca. 2 Stunden merkte ich dann den ersten Druck auf die Blase, toll dachte ich mir dank der Presse habe ich jetzt den Salat. Ich machte mir Gedanken ob ich es wohl noch 6 Stunden bis zur ersten Pause aushielte, aber es ging nicht. Also musste ich mir was einfallen lassen, ich hatte gesehen dass einige meiner Mitstreiter Flaschen dabei hatten, aber die fehlten mir.

Zum Glück hatte ich aber ne kleine Tüte dabei, also sprach in am Bahnhof jemand an der mir die Tüte gab, und auf dem Weg nach oben konnte ich meine Blase entleeren.

Um 14 Uhr kam dann meine Frau und um 16 Uhr mein erster Betreuer. Zwischendurch habe ich mir essen und trinken geben lassen, dank der Funkgeräte konnte ich früh genug meine Wünsche äußern, so dass ich es bei der Bahnhofsdurchfahrt in Empfang nehmen konnte, und es war bald auch 19 Uhr, die erste Pause.

Das aufstehen war gar nicht so einfach aber  Dank der Hilfe meines Betreuers und des DRK´s klappte es. Ein kurzer Check des Kreislaufes und des Pulses und ich konnte erst mal auf die Toilette gehen. Von dort zurück zog ich mich kurz um, damit es in der Nacht nicht so kalt wird, und schon waren die 15 Minuten Pause rum.

Und los ging es zu den nächsten 8 Stunden. Zwischenzeitlich hatte ich mich auch um eine Flasche bemüht, damit ich auch während der Fahrt die Blase entleeren konnte. Nach ca. 12 Stunden schmerzten das erste Mal Po und Rücken, was aber nicht weiter tragisch war. Je später es wurde desto kälter wurde es auch, aber zum Glück hatte ich ja vorgesorgt, lange Unterhose, Schneehose, dicke Socken und drei Pullover hielten mich warm, dummerweise hatte ich nur eine Jacke vergessen.

Mit Einbruch der Dunkelheit wurde die Flutlichtbeleuchtung eingeschaltet und wir wurden mit Blinklichter und Taschenlampen ausgestattet.

Der Druck der Blase war mir jetzt auch egal, dank der Flasche die mir mein zweiter Betreuer mitgebracht hatte, unten mitgenommen und während des hochfahren wurde sie dann gefüllt. Um 3 Uhr nachts war dann unsere 2. Pause, die ganz normal ablief. Nach der Pause wurde es dann das erste Mal schwer, die ersten Gedanken einer Aufgabe, das einzige was mich dran hinderte war der Gedanke der Erste zu sein der aufgibt und das wollte ich nun mal überhaupt nicht. Also habe ich die Zähne zusammen gebissen und die Müdigkeit unterdrückt.

Langsam wurde es auch wieder hell im Park und die Nacht war vorbei. Die Temperaturen stiegen und ich konnte noch vor der Pause meine dicken Sachen ausziehen. Das wichtigste an diesem Morgen war das Zähne putzen auch wenn es bei dem einen oder anderen für Verwunderung sorgte.

Mittags dann endlich die dritte Pause, ärztlicher Check, umziehen und auf die Toilette gehen und weiter geht’s. Leider stieg der erste zu dieser Zeit aus und beendete das Rennen. Der Samstag verlief recht unspektakulär, man fuhr halt unterhielt sich und es wurden langsam weniger. Zwischenzeitlich hatte ich mir noch ne Jacke bringen lassen und noch weitere Klamotten. So das die nächste Nacht kommen konnte. Glücklicherweise war diese Nacht wärmer wie die Nacht davor, aber wieder einmal hatten wir alle mit der Müdigkeit zu kämpfen. In dieser Nacht hatte ich erstmals Halluzinationen, die durch Zuckermangel hervorgerufen wurden, allerdings war ich nicht der einzige der damit zu kämpfen hatte. Die Ärzte rieten mir dazu mehr zu essen und Tee mit Zucker zu trinken.

Am Sonntagnachmittag dann der Regen. Während des hinauffahren fing es an, die Talfahrt machte ich sehr langsam, so langsam das man sich im Bahnhofsbereich schon Sorgen machte. Meine Betreuer hatten schon die Müllbeutel griffbereit, so dass ich schnellstens darin verpackt werden konnte. Die Bremsen wurden noch kurz gewechselt und weiter ging es, durch den strömenden Regen. Jetzt war natürlich die Gefahr größer aus der Bahn zu fliegen, aber es ging alles gut. Kurz vor meiner Pause hörte es auf zu regnen also zog ich mich wieder um, damit ich wieder trocken war, aber kaum wieder in der Bahn, ging der Regen wieder los, also mussten die Tüten wieder her, und diesmal klappte es noch besser. 

Um 19.01 Uhr war es soweit, der alte Rekord über 56 Stunden wurde überschritten, mir fiel ein Stein vom Herzen, eigentlich sollte mir das jetzt reichen, aber aufgrund der wenigen Teilnehmer die wir noch waren, packte mich der Ehrgeiz und der Wille als Sieger diese Bahn zu verlassen.

Die nächste Nacht war wieder sehr schwer zu bewältigen inzwischen waren wir nur noch zu dritt, später nur noch zu zweit. Und dann morgens um 5 Uhr die freudige Nachricht das ich den Weltrekordversuch gewonnen habe, was machte ich, ich fuhr noch ne Stunde und beendet dann um 6.04 Uhr.

Diese 67 Stunden und 4 Minuten waren nicht immer leicht und ich behaupte mal es ist hart an der Belastungsgrenze gewesen, aber für unmöglich halte ich es nicht den Rekord zu brechen, ich freue mich schon auf das nächste Jahr um erneut einen Marathon zu bestreiten.

Ich möchte mich hiermit noch mal bei allen bedanken die mich und auch die anderen Fahrer so toll unterstützt haben, ohne Eure Hilfe hätten wir diesen Marathon wesentlich früher beenden müssen

 

Daniel Fuhrmann

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Ausrüstung bestand aus:

 

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